Am Samstag, 29. November 2025 versammelten sich rund 100 Interessierte an der Universität Zürich, um mehr über die Prostatakrebs-Früherkennung und das Shared Decision Making zu erfahren.
Medienmitteilung
2. Nationaler Prostatakrebs-Früherkennungstag
Aufklärung und Screening retten Männerleben
Zürich, 29. November 2025 – In der Schweiz erkranken jährlich rund 7’500 Männer neu an
Prostatakrebs. Um für die Risiken zu sensibilisieren und über verschiedene Möglichkeiten der
Prostatakrebs-Früherkennung aufzuklären, fand heute an der Universität Zürich der 2.
Nationale Prostatakrebs-Früherkennungstag statt. Europa Uomo Schweiz und die vereinigten
Prostatakrebs-Patientenorganisationen der Schweiz haben diesen Tag in Zusammenarbeit mit
dem Comprehensive Cancer Center Zurich (Universitätsspital Zürich, Universität Zürich,
Universitätsklinik Balgrist und Universitäts-Kinderspital Zürich) organisiert. Ein besonderer
Fokus lag auf dem Shared Decision Making, der gemeinsamen Entscheidungsfindung von
Ärzten und aufgeklärten Patienten.
Experten aus dem Bereich Urologie und Onkologie aus verschiedenen Spitälern beleuchteten das
Thema aus dem Blickwinkel der Prävention, der Früherkennung und der Therapieoptionen. Für
Europa Uomo Schweiz, die nationale Dachorganisation für Prostatakrebs, ist die Veranstaltung eine
Gelegenheit, ihre Rolle als Netzwerk und Kompetenzzentrum wahrzunehmen, ein wirkungsvolles
Patient-Engagement sichtbar zu machen und zu verstärken. Europa Uomo Schweiz bietet
Informationen, Entscheidungshilfen und Selbsthilfegruppen in allen Landesteilen der Schweiz.
In seinem Beitrag «Epidemiologie & Screening» zeigte Dr. Dominik Menges von der Universität
Zürich auf, wie gross die Krankheitslast in der Schweiz ist und wie Krebsscreening dazu beitragen
kann, Prostatakrebs frühzeitig zu erkennen und dadurch die Prognose der Betroffenen zu verbessern.
Dr. Christoph Würnschimmel vom Kantonsspital Luzern hob in seinem Referat den Zusammenhang
von Vorsorge und Früherkennung hervor. Da bei Prostatakrebs keine echte Prävention möglich ist,
sind Vorsorgeuntersuchungen umso wichtiger, damit möglichst schonende Behandlungsoptionen
gewählt werden können.
Der Vortrag «Informieren und gemeinsam entscheiden – Was ist eigentlich shared decision
making?» von Dr. Tanja Krones legte anschaulich dar, wie genau die gemeinsame
Entscheidungsfindung von Arzt und Patient ablaufen sollte. Ihre Perspektive wurde ergänzt durch den
Bericht zu den Ergebnissen der EU-PRESS-Studie von Max Lippuner, Präsident von Europa Uomo
Schweiz, (Überblick über die ersten Ergebnisse der laufenden EU-PRESS-Studie (Europa Uomo
Patient REported Shared decision making Study).
Dr. Maciej Kwiatkowski vom Kantonsspital Aarau zeigte auf, dass Prostatakrebs nicht immer sofort
behandelt werden muss. In seinem Referat «Active Surveillance – Nutzen verbessern und
Schaden verhindern» legte er dar, wie aktive Überwachung für viele Betroffene eine gute Option
darstellen kann, um ohne die Belastungen einer Behandlung möglichst lange beschwerdefrei leben zu
können. «Wir diagnostizieren viele Tumore, die langsam wachsen und relativ ungefährlich sind. Aber
trotzdem ist es gut, zu wissen, wenn ein Tumor existiert, denn dann können wir ihn beobachten und
dem Patienten so ebenfalls Nutzen bringen – indem wir die belastende Therapie hinauszögern oder
möglicherweise sogar vermeiden», stellte er fest.
Dr. Basil Kaufmann und Dr. Matthias Guckenberger vom Universitätsspital Zürich sprachen
schliesslich über verschiedene Therapieoptionen, insbesondere Operation und Bestrahlung mit
deren Vor- und Nachteilen.
Der Erfahrungsbericht von Paolo Salvaterra von Europa Uomo Schweiz rundete das Programm mit
der Patientenperspektive ab. Max Lippuner, Präsident von Europa Uomo Schweiz, hob die
Bedeutung des Patientenengagements hervor. Auch dies gehört zum Shared Decision Making: Durch
ihre direkte Betroffenheit verfügen die Patienten über umfassendes Wissen und können sich
gegenseitig helfen, durch Erfahrungs- und Wissensaustausch die richtigen Entscheidungen über ihre
Behandlung zu treffen.
Europa Uomo Schweiz setzt sich für ein organisiertes, nationales Screening-Programm für
Prostatakrebs ein, das die Patienten gezielt aufklärt und unterstützt. Auch die Schweizerische
Gesellschaft für Urologie als auch die Europäische Gesellschaft für Urologie befürworten, die
Einführung eines organisierten Programms schrittweise durch Pilotprogramme und gezielte
Begleitforschung zu überprüfen. «Bis das Screening tatsächlich kommt, möchten wir die Zeit nutzen,
um möglichst viele Männer über die Risiken von Prostatakrebs aufzuklären und sie für die
Früherkennung zu sensibilisieren», erklärte Max Lippuner. «Damit, wenn das organisierte
Prostatakrebs-Screening eingeführt wird, auch möglichst viele Männer die Chance wahrnehmen, den
Krebs rechtzeitig zu erkennen und die besten Entscheidungen für ihre Gesundheit zu treffen.»
Medienkontakt
Max Lippuner, Präsident Europa Uomo Schweiz
+41 62 216 38 38, mlip@bluewin.ch
Europa Uomo Schweiz
Eichweg 9
4614 Hägendorf